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Fachliches

Was ist ein fairer Preis für einen Kommunalkredit?

September 2026 - Wellebach Finanz GmbH

​Eine Frage, auf die es im deutschen Kommunalkreditmarkt bislang keine einfache Antwort gibt.

Der Finanzierungsbedarf deutscher Kommunen wächst. Investitionen in Infrastruktur, Schulen, Energie- und Wärmewende treffen auf steigende Ausgaben und eine zunehmend angespannte Einnahmesituation. Gleichzeitig wird der Kommunalkreditmarkt für Banken, Sparkassen und institutionelle Investoren immer interessanter.

Doch mit wachsender Bedeutung wird eine Frage immer wichtiger:

Ein Markt ohne klare Referenz.

Bei vielen Finanzprodukten gibt es etablierte Markt- und Referenzkurven. Im Kommunalkredit ist die Situation eine andere: Kredite werden individuell vereinbart, sind nicht standardisiert und nicht börsenhandelbar. Dadurch fehlt eine einheitliche Grundlage, um unterschiedliche Finanzierungen miteinander zu vergleichen.

Genau mit dieser Herausforderung beschäftigt sich unser neuer Fachbeitrag „Ermittlung von objektiven Zinssätzen im deutschen Kommunalkreditgeschäft“.

Gemeinsam mit Maximilian Malle und Jan Mülder untersucht Dr. Bernd Nolte darin, wie aus realen Transaktionsdaten eine objektive Benchmark für kommunale Kreditkonditionen entstehen kann.

Von realen Abschlüssen zur Wellebach-Kommunal-Kurve

Der Ansatz: Statt einzelne Finanzierungen isoliert zu betrachten, werden zahlreiche tatsächliche Kreditabschlüsse ausgewertet und miteinander vergleichbar gemacht.

Daraus entsteht die Wellebach-Kommunal-Kurve – eine datenbasierte Orientierung für die marktüblichen Kredit-Spreads kommunaler Finanzierungen.

Die Grundlage bilden anonymisierte reale Kreditabschlüsse mit einem aggregierten Nominalvolumen von inzwischen über 20 Milliarden Euro. Für die monatliche Kurve werden rund 5 Milliarden Euro aus den jeweils vergangenen drei Monaten berücksichtigt. Dabei geht es nicht darum, für jeden Kredit einen festen „richtigen“ Zinssatz vorzugeben. Vielmehr soll eine nachvollziehbare Referenz entstehen, die zeigt, wie sich kommunale Kreditkonditionen im Markt bewegen.

Was bringt das in der Praxis?

Mehr Transparenz kann für alle Seiten einen Unterschied machen:

  • Kommunen können Finanzierungsangebote besser einordnen und vergleichen.

  • Banken und Sparkassen erhalten eine zusätzliche Orientierung bei der Preisfindung.

  • Investoren können kommunale Kredite fundierter bewerten und eine bislang schwer zugängliche Assetklasse besser erschließen.

Und die Analyse liefert bereits interessante Erkenntnisse: Die Spreads kommunaler Kredite liegen über verschiedene Laufzeiten hinweg deutlich über denen hochliquider Vergleichsinstrumente. Der entscheidende Punkt dabei: Dieser Unterschied lässt sich nicht allein mit einem höheren Ausfallrisiko erklären. Vielmehr spielen Marktstruktur, Liquidität und fehlende Standardisierung eine wesentliche Rolle.

Was bedeutet das für die Preisbildung im Kommunalkredit? Und welche Rolle kann eine objektive Benchmark künftig für Kommunen, Banken und Investoren spielen?

Diesen Fragen geht unser vollständiger Fachbeitrag auf den Grund.

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